Getreide ist das wichtigste Nahrungsmittel auf dieser Welt und zugleich eines der ältesten. Der Name Getreide leitet sich von Getragen, im Sinne von getragen von der Erde ab und meint im wissenschaftlichen Sinne eine Gruppe von Süßgräsern, die ihrer Körner wegen kultiviert wurden.
Wegen ihres hohen Anteils an Kohlenhydraten, die in ihren Grundbausteinen aus Zucker bestehen und vom Körper am einfachsten in Energie umgewandelt werden können, bildet Getreide aller Arten die Basis der Ernährung in vielen Ländern der Welt.
Die ersten Getreidearten, im Sinne der wilden Süßgrassorten, existieren schon seit einigen Millionen Jahren. Doch erst vor etwa 10.000 Jahren begann der Mensch, sich diese Pflanzen nutzbar zu machen.
Der genaue Ursprung des Ackerbaus kann nicht vollkommen festgelegt werden. Doch lassen Forschungen darauf schließen, dass die erste Nutzung wilder Süßgräser in der Bronzezeit im Gebiet des vorderen Ostens erfolgte. Mit der Entwicklung des Ackerbaus und der Züchtung der Getreidesorten geht auch die Entwicklung der Zivilisation einher.
Es mag viele Menschen erstaunen, aber nicht die menschliche Ernährung ist es, deretwegen die meisten Getreidesorten angebaut werden. Der größte Teil des, in den Industrieländern angebauten Getreides, dient als Futtermittel für Vieh, am häufigsten Wiederkäuer wie Kühe. In den Entwicklungsländern hingegen wird Getreide immer noch als Grundnahrungsmittel angebaut.
Zusätzlich kommt die vermehrte Nutzung von Getreide zur Herstellung von Ethanol hinzu, um Biokraftstoffe herzustellen. Im Zuge dieser Entwicklung werden zunehmend natürliche Gebiete gerodet um Platz für Anbauflächen zu schaffen.
Mit dem Anwachsen der Weltbevölkerung steigt der Bedarf und der schonungslose Anbau und die Überdüngung lassen den Boden mehr und mehr auslaugen. Aus diesem Grund besinnen sich Wissenschaftler wieder auf die alten und wenig anspruchsvollen Getreidesorten und versuchen durch Genmischung diese mit den heutigen, ertragreicheren Sorten zu kreuzen. Wie die langfristigen Erfolge aussehen mögen, muss sich erst noch zeigen.
Foto: Silverpics – Fotolia
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